Luise und Herbert Sacher


Unsere Rätselfrage in der Amtsblattausgabe KW 28 lautete: Auf dem ersten Blick könnte man glauben, bei dieser Aufnahme aus Anfang der 1950er Jahre handele es sich um bekannte Kinostars wie z.B. Alain Delon oder Ingrid Bergmann. Das Foto entstand jedoch im Gasthaus „Zur Linde“ und zeigt zwei bestens gelaunte Pärchen. Wer sind die beiden Personen im Bildvordergrund? Die Lösung war, hier lachen Luise und Herbert Sacher in die Kamera.



 

Die stolzen Elern mit dem ersten Töchterchen Carmen, um 1953/54, Herbert sitzt vor dem Haus seiner Schwiegereltern, wo man damals noch beengt wohnte, bevor Anfang der 1950er das Wohnhaus vorne an der Römerstraße errichtet wurde.



 

Luise und Herbert auf dem Hochzeiotsfoto von 1953 und einige Jahre später bei einem Ausflug


 

Gruppenfoto anjässlich eines Treffens zum 75. Geburtstag von Vater / Großvater Heinrich Hartlaub im Jahre 1978.
V.li.n.re. Kai, Herbert, Ina, Luise, Carmen, Manuela, Wolfgang. 



Bilder sagen mehr als Worte. Da muss man kein Hellseher sein, anhand der Mimik und Gestik der beiden Eheleute sieht man sofort, dass es sich um eine glückliche Beziehung handelt. Herbert nimmt voller Stolz seine große Liebe Luise in den Arm. Die obige Aufnahme entstand 1989, das Foto unten links ist von Oktober 1996, unten rechts dürfte es ein paar Jahre später sein.

 

 

Ausflugsfahrt nach Heiligenblut in Kärnten (Bild links) und Carmen, Luise und Herbert auf heiligen Spuren in Oberbayern:
2008 in Markt am Inn am Geburtshaus von Papst Benedikt XVI., der von 19. April 2005 bis zu seinem Amtsverzicht am 28. Februar 2013 Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche war. 


In Bearbeitung, derzeit zu ca. 80% fertiggestellt


 

Luise Sacher (geb. Hartlaub *1929, † 2019), Porträt aus den 60ern, von 1980 und um 2010


       

Luise Hartlaub (verh.Sacher) als Kommunionsmädchen 1937, um 1939/40 und als Teenager Mitte/Ende der 40er Jahre.


     

Luise Ende der 40er und Anfang 50er Jahre, links am Elternhaus bei der Anprobe von Kostümen, rechts am Mainufer.




 

Luise führte von 1952 bis 1993 einen Damensalon. Dieser war zunächst hinten rechts im Hof, neben dem Elternhaus integriert, ab 1957 dann vorne im Neubau zur Römerstraße hin ausgerichtet.


  

1960 wurde das Anfang der 50er direkt an der Römerstraße neu errichtete Wohnhasus aufgestockt und verputzt. Der Nebenbau, in dem sich einst u.a. ein Bad sowie ein Schweinestall befanden, wurde um- und angebaut und zur Zweiradwerkstatt mit Verkaufstelle hergerichtet. Die Fotos aus Anfang der 60er zeigen das Anwesen aus der Vogelperspektive, im Hinterhof das Haus der Familie Hartlaub und Dürl, links die Schulstraße.




Angang der 60er Jahre, v.li.n.re: "Tante Lies" (Elsisabeth Schlett) hält den kleinen Udo Kowarschik an den Händen, Sieglinde Dürl, Manuela Sacher, deren Oma Klara und Opa Heinrich Hartlaub, zwischen den beiden Frank Dürl als kleiner Junge.


  

Die DEA-Tankstelle in den 1960er Jahren. Im Hof erkennt man Herbert's Opel Rekord P2 und eine typische "Bobbescheese" der 60er, rechts das Verkaufsfenster des Zweiradgeschäftes.





Diese herrliche Aufnahme entstand Anfang der 1960er Jahre. Sie zeigt Luise im renovierten und in den damals typischen, zarten Pastellfarben neu eingerichteten Salon. Oben an der Decke erkennt man die Trockenhauben, rechts hinten in der Ecke steht der legendäre  "KADUS THERMWELLEN" - Dauerwellapparat, der mittlerweile seinen Platz im Sammelsurium des Geschichtsvereines gefunden hat, siehe Detailansicht. Der mit kunterbunten Verkaufsartikeln ausgestattete Regalschrank erinnert unwillkürlich an einen Tante Emma- Laden aus der damaligen Zeit.


  


  

Luises Tochter Carmen im Salon der Nachfolgerin Silvia Reinhard (Fotos von 1992), die bei Luise in die Lehre ging, den Salon übernahm und 1933/94 renovierte, siehe Fotos unten. Mittlerweile hat Silvia ihre Geschäftsräume "Haargeflüster & Beauty" in der Schulstraße 19 (Stand 2022).

   





Herbert und Luise eröffneten Ende der 1950er / Anfang der 1960er Jahre eine kleine Tankstelle. Zunächst mit der Marke „DEA“ später dann „TEXACO“. An der Zapfsäule konnte man Normalbenzin und Super tanken, auch für Zweitakter (Mofas, Mopeds, Roller) bot man das benötigte Benzin-Ölgemisch an. Wollte man tanken, drückte man eine Klingel um den Inhaber Herbert Sacher zu rufen. Tagsüber kam oft auch seine Frau Luise aus ihrem Friseursalon oder eine ihrer Töchter, um die Kundschaft zu bedienen. Am 1. Oktober 1979 schloss die Tankstelle der Familie Sacher. Das Foto oben dürfte Anfang der 70er enstanden sein, die Tankecke war nun auf einem Podest und rundum gefliest, die Zapfsäule von TEXACO war weiß. Wir sehen einen Offenbacher Ford Tauns 12M (Vergleichstest gegen VW Käfer und Opel Kadett A) und einen durch seine Rallye-Lackierung damals im Ort bekannten NSU Prinz 1000 TT. Das Bild stammt aus 1979, Luise bedient einen Kunden mit einem VW Passat, die Zapfsäule war mittlerweile in Rot verkleidet, derr Liter Super kostete 1 Mark und 10 Pfennige.





 

Herbert absolvierte eine Schlosserlerhre in Aschaffenburg und arbeitete zuletzt 43 Jahre lang in der Glanzstoff (AKZO / Enka),  unterhielt dabei seit ca. 1960 nebenberuflich ab 17 Uhr eine Werkstatt mit Verkauf und Reparatur von Fahrrädern (Marke Augusta / Augsburg ) und Mofas (Puch, Kreidler, Hercules). Die obigen Fotos entstanden Mitte der 1970er Jahre, unten inspiziert Herbert in Mai 1986 ein Damenfahrrad.

 





 

Herbert Sacher (*1932, † 2017), Porträt von 1980 und um 2010

Herbert Sacher kam im Mai 1946 als 14-Jähriger Junge rmit seinen Eltern und Geschwistern als Heimatvertriebener aus dem Sudenland (Maschau bei Podersam) über das Sammellager Würzburg nach Niedernberg und gründete mit Luise Hartlaub Anfang der 50er eine Famile, drei Töchter gingen aus der Ehe hervor: Carmen, Manuela und Ina.
  


  

Herbert strahlt als kleiner Bub um 1938 in einer verschneiten Straße von Monschau. Auf dem rechten Familienbild (Mitte der 40er Jahre), vorne v.li.n.re.: Sohn Herbert, Vater Rudolf, Mutter Erna und Tochter Rosemarie. Hinten lnks der älteste Sohn Alois, der jüngste Robert und der zweitälteste Sohn Walter.  Alois (hi.li.) war für sein Alter sehr groß und wurde von der Wehrmacht bereits mit 15 Jahren eingezogen, musste der Waffen-SS dienen. Als er nach Kriegsende zu seiner Familie in Monschau heimkehren wollte, wurde er aufgrund seiner Uniform von Tschechischen Soldaten auf dem Marktplatz auf brutalste Art und Weise zusammengeprügelt. Herbeieilende Bewohner, welche ihm zur Seite standen und beteuerten, dass der Junge nicht freiwillig in den Krieg einzog, kamen zu spät. Alois verstarb an seinen Verletzungen.




Familie Sacher Anfang der 1940er Jahre in Maschau/Sudetenland. Mutter Erna mit Tochter "Rosel" im Arm und die drei Söhne Walter, Alois und Herbert (v.li.n.re.). Der jüngste Sohn Robert war noch nicht geboren. 

Familienfoto Anfang/Mitte der 1940er Jahre. Tochter Rosemarie ("Rosel"), Vater Rudolf, Sohn Alois, Mutter Erna, die Söhne Robert, Walter und Herbert Sacher (v.li.n.re.).


  

Vermutlich Anfang der 50er mit seinen Kumpels Anton Ziesler und rechts Martin Vöglein (nach Elsenfeld verzogen) in Tracht und in der „Moalust" ganz selbstbewusst mit Martin Vöglein (rechts von Herbert), im Hintergrund Kätchen Fischer und ganz rechts Markus Rohmann (* April 1932 / † März 1970).



  

Ausweis für Vertriebene und Flüchtlinge,gestempelt 1954 im Flüchtlingsamt Obernburg. Dubios ist die Wohnortangabe, per Mausklick auf die Vorderseite abrufbar. Rechts hält Herbert seine Tochter Carmen im verschneiten Allgäu (Winter1961/62)




   

Links im Bild der Opel Rekord P2, das Kennzeichen OBB-S 53 stand vermutlich für Herbert und Luise Sachers Hochzeitsjahr 1953. Mit auf dem Foto der 60er Jahre sind Luise, deren Eltern Klara und Heinrich Hartlaub sowie Tochter Manuela. In der Bildmitte Herbert mit seinem Opel Rekord 2,0 S (1980er) und im rechten Bild (1990er) ging für Herbert ein Traum in Erfüllung, auf seinen Mercedes 200E (E-Klasse W124) war er mächtig stolz. Rückwirkend betrachtet erscheint jedoch der Opel Rekord P2 in den 60ern, als Niedernbergs Straßen noch fast autofrei waren, ein weitaus größeres Statussymbol gewesen zu sein. Der Wagen stand zu Zeiten des Wirtschaftswunders ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen, siehe Bericht und Fotos.  




 

Herbert war ein recht erfolgreicher Hobbykegler, holte auch erste Plätze bei den Kegelortsmeisterschaften, siehe nachfolgende Urkunden. So auch hier bei der Kegel OM 1979, links im Bild mit Werner Nebel, rechts ein Gruppenbild von der Kegel-Ortsmeisterschaft mit vielen bekannten Gesichtern aus Niedernberg. Herbert ist in der hinteren Reihe, der Zweite von rechts.

   



Main-Echo Bericht von Dezember 2005 über die Ehrung von Mitgliedern für 50 Jahre Treue. Hintere Reihe, Zweiter von links: Herbert Sacher (siehe Urkunde). 







Herbert 1999 auf Kreta 1999 als Botschafter für die Olympischen Spiele 2004 in Athen.





Herberts 70. Geburtstag im Mai 2002





Herberts 75. Geburtstag im Mai 2007


In Bearbeitung, täglich neue Bilder/Texte, Fertigstellung in den nächsten Tagen...